Die Landschaft der Ewigkeit

 

Wolken ziehen dahin, vom Herbstwind getrieben. Gleich einem romantischen, biblischem Gemälde liegt endlos die unvergleichliche Landschaft zu unseren Füssen. Zwischen altem Gestein wiegt sich, Schritte hemmend, spärliches Buschwerk.

 


Die Zeit steht still. Unser Weg gleicht einer Reise in die Ewigkeit. Leise grüssen letzte Grillen zwischen verblühten Lavendelstauden und wildem Thymian den zerrinnenden Sommer. Ruhe umfängt uns. Majestätisch zieht ein Falke gemächlich seine einsamen Kreise. Sucht er vielleicht immer noch seine Herren, die verschwundenen Ritter? Sein ferner Ruf begleitet - weist die Richtung.
Durch Wolkenfenster fallende, goldene Sonnenstrahlen lassen graue Felsen geheimnisvoll aufleuchten. Ist dies ein Zeichen? Gefühle lenken unsere Schritte. Kein Wort. Das Flüstern des Windes, das Rauschen der Blätter erzählt uns eine Geschichte. Über die Wiese der Ewigkeit, über rote Erde, getränkt mit Rätseln aus Jahrhunderten, führt unser Pfad. Was ist zu finden, dort in der Ferne, wo Himmel und Erde sich begegnen?
Das Land durchdringt uns, wir sind ein Teil des Bildes, wir sind da - gehören dazu - endlich. Ist es dort, bei diesen spitzen Felsen, in jenem verwunschenen Wald, jenseits des Flusses mit dem bitteren Wasser, wo du uns erwartest? Oder an jener Quelle, wo jeweils Liebende sich trafen?
Alles ist bereit. Unser Weg ist frei. Der müde Wächter wurde vertrieben - verbannt in heilige Räume - sein Thron steht da - verlassen.
In der Farbe der herbstlichen Felder versinken unsere Schritte. Sehnsucht erfüllt unsere Seele. Sind wir wirklich ganz alleine? Mystische Gesichter in schroffen Felswänden wachen über uns. Geheime Zeichen, vor Jahrhunderten von beseelter Hand in Stein hinterlassen, geleiten uns.
In der Weite der Ebene, zwischen Dornengestrüpp und Wachholderbüschen, lässt der Wind Staub und Blätter über das Feld tanzen, aufgewirbelt zu einer schemenhaften Gestalt mit wehenden, dunklen Gewändern - einem dahineilenden Priester gleichend.
Ein leises, aus der Ferne hergetragenes Klingen einer Kirchenglocke schwebt an uns vorüber.
Sieh dort, ja - bei diesem Felsen neben der, hinter Feigenbäumen versteckten Höhle - glänzt dort nicht eines längst vergessenen Königs Krone?





Text F. S. MMIII

 

 

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